Mit der Entwicklung des EDC Connectors reagiert PROSTEP auf die wachsende Nachfrage der Industrie nach Lösungen, die den souveränen Datenaustausch über Branchengrenzen hinweg unterstützen. Auf der HMI stellt das Unternehmen praktische Anwendungsfälle vor. Auf Basis von OpenPDM zeigt PROSTEP die Integration von PLM-Anwendungen in Daten-Ökosysteme und den Austausch von nachhaltigkeitsrelevanten Kennzahlen wie z. B. dem Product Carbon Footprint (PCF). Der Austausch von Zertifikaten wie z. B. ISO 9001 wird am Beispiel der Datenaustausch-Lösung OpenDXM demonstriert. Der EDC Connector unterstützt nicht nur die Bereitstellung von Daten über das Daten-Ökosystem Catena-X für die Automotive-Zulieferer, sondern ermöglicht auch die Anbindung an andere dezentrale Daten-Ökosysteme im Manufacturing-X-Umfeld.
Die Herausforderung beim Datenaustausch in komplexen Wertschöpfungsketten besteht darin, dass die teilnehmenden Firmen in unterschiedlichen Branchen zu Hause sind und sich in unterschiedlichen Daten-Ökosystemen bewegen. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Initiative Manufacturing-X haben sich verschiedene Projekte bzw. Teil-Initiativen mit der Schaffung und Nutzung solcher branchenspezifischen Daten-Ökosysteme beschäftigt – neben Decide4ECO z.B. Aero-X, CHEM-X oder SEMICONDUCTOR-X.
Wie der Datenaustausch über mehrere solcher Daten-Ökosysteme hinweg gestaltet werden kann, zeigt ein weiterer Demonstrator, den PROSTEP zusammen mit Smart Systems Hub und der HTW Dresden aufgebaut hat. Darin wird ein Digital Material Passport für Chemikalien aus der Initiative CHEM-X für Halbleiterrohmaterialien adaptiert. Diese Informationen fließen in SEMICONDUCTOR-X ein, wo die PCF-Werte von Rohstoffen und Fertigungsschritten zusammengeführt werden. Standardbasiert in einer Asset Administration Shell (AAS) hinterlegt, stehen die Chip-Daten abschließend im Kontext von DECIDE4ECO für weitere Anwendungen bereit. Der konkrete Anwendungsfall zeigt dies am Beispiel eines HiFi-Kopfhörers der Firma Sennheiser, in dem der Chip verbaut ist und für den der ökologische Fußabdruck berechnet wird.
„Die nahtlose Kommunikation zwischen verschiedenen Daten-Ökosystemen ist der Schlüssel zu einem effizienten Datenaustausch entlang komplexer Lieferketten“, kommentiert Prof. Dirk Reichelt von der HWT Dresden. „Die Integration über mehrere Manufacturing-X-Projekte hinweg ist ein wichtiger Schritt, um die Interoperabilität sicherzustellen und die Resilienz globaler Wertschöpfungsketten zu verbessern.“
Olaf Sündermann, Abteilungsleiter der mechanischen Konstruktion von Sennheiser erläutert den Nutzen der Anwendung: “ Die einfache Nutzung von nachhaltigkeitsrelevanten Kennzahlen, die von verschiedenen Partnern über Daten-Ökosysteme bereitgestellt werden, unterstützt unser Ziel, nachhaltigere Produkte zu entwickeln. Darüber hinaus streben wir eine Steigerung der Effizienz bei der Erstellung von Reports, beispielsweise im Zusammenhang mit Compliance Anforderungen, an.”
Und Martin Holland, Leiter Strategie und Business Development der PROSTEP Group, ergänzt: „Das Potential der Daten-Ökosysteme kann durch die Integration in die Unternehmenssysteme gehoben werden. Unsere Stärke ist es, die letzte Meile zu schließen und mit möglichst wenig Aufwand die nahtlose Integration in verschiedene Daten-Ökosysteme sicherzustellen.“
