Ein Großteil der Unternehmen betreibt heute eine bewusste Best-of-Breed-Systemlandschaft im Engineering. Die Herausforderung liegt hier in der fehlenden Verbindung zwischen den Tools - PLM-, ALM-, ERP-, MES- und CAx-Systeme. Beziehungen zwischen Anforderungen, Bauteilen, Tests und Fertigungsobjekten leben in den Köpfen der  Ingenieur*innen und nicht in den Systemen. Die PROSTEP Digital Thread Platform macht diese Verbindungen explizit, maschinenlesbar und nachvollziehbar. Jede Synchronisation speichert automatisch typisierte Beziehungen in der zentralen Knowledge Base. So wächst die Wissensbasis automatisch nebenbei, ohne separates Projekt.

Seit mehr als 30 Jahren setzen führende Unternehmen aus Automotive, Aerospace, Schiffbau und Medizintechnik auf PROSTEP als Anbieter praxiserprobter und verlässlicher Systemarchitekturen für Best-of Breed-Lösungen. Die PROSTEP Digital Thread Platform unterstützt Unternehmen dabei, ihre digitale Transformation erfolgreich umzusetzen und gleichzeitig die Effizienz ihrer Geschäftsprozesse nachhaltig zu steigern.

Ein durchgängiger Digital Thread entscheidet darüber, ob bspw. eine Änderung einer Systemanforderung kontrolliert ihren Weg durch Mechanik, Software, Test und Fertigung findet oder ob sie an einer Systemgrenze unsichtbar wird. Die PROSTEP Digital Thread Platform macht genau diese Verbindungen explizit, ohne die bestehende Systemlandschaft anzutasten: Während jedem Integrationsvorgang werden typisierte Beziehungen zwischen Configuration Items erfasst und in der Knowledge Base abgelegt. Zusätzlich crawlt die PROSTEP Digital Thread Platform aktiv die angebundenen Systeme, um bestehende, aber noch nicht erfasste Zusammenhänge zu erschließen.

Semantische Basis innerhalb der PROSTEP Digital Thread Platform bildet die prostep ivip Top Level Ontology (TLO), die universelle Engineering-Konzepte und Lifecycle State definiert. Darauf aufbauend setzt die PROSTEP Digital Thread Platform das von uns mitentwickelte CASCaRA-Modell ein, der von prostep ivip e.V., GfSE e.V., VDA e.V. und PDES Inc. gemeinsam entwickelte Digital Thread-Standard. Dadurch kann unsere Knowledge Base von der universellen Ebene (Entity, Artifact, Version) bis zur domänenspezifischen Ebene (Requirement, Component, Interface, Test, Change) eine domänenübergreifende Terminologie über alle angebundenen Systeme hinweg abbilden und so einen Product Information Graph aufbauen.

Was die Knowledge Base praktisch ermöglicht

Domänenübergreifende Impact-Analysen laufen in Sekunden. Konfigurationszustände über Domänen hinweg, von As-Designed über As-Built bis As-Maintained, lassen sich durch den Graphen nachverfolgen: Welche Stückliste war bei Auslieferung aktiv? Welche Softwareversion gehörte zu welchem Konfigurationsstand im Feld? Compliance-Nachweise nach ISO 26262, ASPICE oder DO-178C entstehen durch Graphtraversierung, nicht durch manuelles Zusammentragen. Und für Engineering AI Agents ist die Knowledge Base die einzige zuverlässige Datenbasis.

Digital Data Packages und der Digitale Produktpass

Die in der Knowledge Base gespeicherten Beziehungen sind auch das Fundament für strukturierte Datenweitergabe. Digital Data Packages erfordern keinen separaten Datenerhebungsprozess: Die domänenübergreifenden Verknüpfungen zwischen Engineering-Objekten aus PLM, ALM, ERP und Fertigung wurden bereits bei der täglichen Integrationsarbeit aufgebaut. Sie existieren in der Knowledge Base, bevor ein Package gebraucht wird. Das Austauschformat folgt PSI 30 und STEP AP242. Für den EU Digital Product Passport, der explizit Cross-Domain-Produktinformationen zu Materialien, Konfigurationszuständen und Reparierbarkeit verlangt, ist die PROSTEP Digital Thread Platform damit bereits das strukturelle Fundament. Das Unternehmen muss keine neuen Datenprozesse aufbauen.

Die PROSTEP Digital Thread Platform kombiniert die Produkte OpenPDM, OpenCLM und OpenDXM zu einer integrierten Plattform. Jedes Produkt liefert eigenständigen Nutzen und trägt gleichzeitig zum gemeinsamen Beziehungsgraphen in der Knowledge Base bei. Die PROSTEP AI-Workbench bildet die KI-Schicht, die auf der Knowledge Base aller Produkte aufsetzt. Sie wird im nächsten Abschnitt separat beschrieben.

Die Produkte der PROSTEP Digital Thread Platform synchronisieren Daten, tracken Abhängigkeiten, managen Datenaustausch und migrieren Bestände. Was sie dabei gemeinsam erzeugen, ist die Knowledge Base: ein kontinuierlich wachsender, typisierter Beziehungsgraph über alle verbundenen Systeme. Diese strukturierte Wissensbasis ist die Voraussetzung dafür, dass Engineering AI Agents verlässlich und reproduzierbar arbeiten können.

Generative KI ohne strukturiertes Fundament liefert die wahrscheinlichste Antwort. In Engineering-Kontexten sind belast- und wiederholbare Ergebnisse jedoch Grundvorrausetzung. Die PROSTEP AI-Workbench stellt das sicher: Agenten greifen über das Model Context Protocol (MCP) auf die Knowledge Base zu und arbeiten mit verifizierten, versionierten Configuration Items. Das MADWYN-Prinzip (Make AI Do What You Need) trennt dabei deterministisches von kognitivem Processing und macht Ergebnisse reproduzierbar und auditierbar.

Vertrauen in die Korrektheit der Ergebnisse ist der entscheidende Faktor beim Einsatz von AI Agents. Dieses Vertrauen entsteht, wenn die Agenten auf strukturiertem Wissen operieren und nicht ausschließlich auf einem Sprachmodell. PROSTEP arbeitet gemeinsam mit seinen Kunden daran, den Autonomiegrad schrittweise zu definieren und mit wachsendem Vertrauen zu steigern.

Die drei Autonomiestufen

Die PROSTEP AI-Workbench ist LLM-agnostisch. Verschiedene Sprachmodelle, einschließlich lokal betriebener LLMs, lassen sich anbinden, ohne die Konfiguration der Agenten zu verändern.

Die PROSTEP Digital Thread Platform ist so konzipiert, dass jede einzelne Integration sofort eigenständigen Wert erzeugt und gleichzeitig zur wachsenden Knowledge Base beiträgt.

Jede Synchronisation zwischen zwei Systemen speichert typisierte Beziehungen zwischen Configuration Items. Wenn PLM und ALM verbunden sind, kennt die Knowledge Base, welche Systemanforderungen von welchen Komponenten umgesetzt werden. Wenn ERP dazukommt, sind Fertigungsobjekte mit Bauteilen verknüpft. Kein Mapping-Aufwand ist dafür nötig. Jede neue Verbindung reichert denselben Graphen an. Aus dem PLM-ALM-Thread wird ein PLM-ALM-ERP-Thread. Der Graph wächst nicht linear, sondern exponentiell, weil jeder neue Knoten mit allen bereits bekannten Knoten verknüpft werden kann, wenn eine Beziehung besteht.

Die PROSTEP Digital Thread Platform speichert dabei mehr als reine Daten: Sie hält die Zusammenhänge zwischen ihnen fest. Diese Zusammenhänge wachsen mit der Zeit zu einem unternehmensweiten Digital Thread, der sich stetig ausbaut.

Der Wert der Knowledge Base wächst mit jedem angebundenen System. PROSTEP bietet über 30 einsatzbereite Konnektoren zu allen führenden Engineering-Systemen, von Teamcenter, Windchill und 3DEXPERIENCE über Jira, Codebeamer und SAP S/4HANA bis hin zu domänenspezifischen Systemen für Schiffbau, Anlagenbau und Medizintechnik. Die generische REST-Architektur erfordert kein Customizing in den Quellsystemen.

Besuchen Sie die PROSTEP-Seite zur System Connectivity.

Die PROSTEP Digital Thread Platform ist On-Premises, in der Private Cloud und als SaaS verfügbar. Der Wechsel zwischen Deployment-Varianten ist möglich, ohne die bestehende Konfiguration zu verlieren. Die PROSTEP AI-Workbench ist in allen Deployment-Varianten verfügbar und LLM-agnostisch: Verschiedene kommerzielle Sprachmodelle oder lokal betriebene LLMs können angebunden werden. Die Plattform ist ISO 27001-zertifiziert.

Kontaktieren Sie uns

Ob Sie einen ersten Konnektivitätsfall umsetzen, Ihre Knowledge Base aufbauen oder mit Engineering AI Agents starten wollen, sprechen Sie uns an. Wir definieren gemeinsam einen konkreten nächsten Schritt.

Mirko Theiss

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